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Schritt für Schritt in ein neues Leben

Schutz und Hilfe für Flüchtlinge sind ein Grundrecht unserer Gesellschaft. Und wenn minderjährige Jugendliche an unsere Türen klopfen? Die ohne Begleitung kommen, getrennt von der Familie? Diese jungen Menschen kennen Krieg, Tod und Verfolgung. Häufig sind sie durch diese Erfahrungen schwer traumatisiert. Die Jugendhilfe muss diesen minderjährigen Flüchtlingen Hilfen anbieten, die ihre Lebenssituation berücksichtigen. Für die outback stiftung ist das Anspruch und Aufgabe zugleich. 

Die outback stiftung hat für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab 16 Jahren und junge Erwachsene eigene individualpädagogische Betreuungsangebote entwickelt. Wir betreuen die jungen Menschen unabhängig von ihrer geografischen, ethnischen und religiösen Herkunft. Die Basis für die Betreuung bildet stets die Hilfeplanung nach §36 KJHG. Unsere Hilfen bauen auf dem bewährten Dreiklang von Unterstützung, Beratung und Begleitung auf. Eine individualpädagogische Jugendhilfe muss aber auch auf den spezifischen Status und die besonderen Belange der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge Rücksicht nehmen. 

Unterstützung auf allen Ebenen

Im Mittelpunkt einer passgenauen Hilfe für die jungen Flüchtlinge steht die Aufgabe, ihnen die persönlichen Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für eine Lebensführung in einer für sie fremden Gesellschaft benötigen. Eine effektive Hilfe setzt daher eine intensive Kooperation mit dem Jugendamt und den Vormündern der Betroffenen voraus. Gefragt ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Clearingstellen. Im Vordergrund steht zunächst die ärztliche und therapeutische Versorgung. Praktischer Natur ist die Unterstützung der jungen Flüchtlinge bei der Klärung ihres ausländerrechtlichen Status. Auf der persönlichen Ebene spielen der Erwerb der deutschen Sprache und das Kennenlernen neuer Gesellschaftsnormen eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit den die Gegenwart und Zukunft prägenden biografischen Erfahrungen. 

Die trägereigene Wohnung als Lernfeld 

Die outback stiftung bietet ihre individualpädagogischen Betreuungsangebote für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in zwei Varianten an. Entweder leben zwei Jugendliche oder junge Erwachsene gemeinsam in einer Wohnung. Möglich ist auch ein Modell für einen einzelnen jugendlichen Flüchtling. Hier wie dort stellt die outback stiftung den entsprechenden Wohnraum zur Verfügung. 

Gemeinsamer Nenner beider Betreuungen ist die enge persönliche Begleitung der Betreuten durch einen Betreuer. Die jungen Menschen leben und haushalten in der gemeinsamen Wohnung. Sie verfügen über ein monatliches Budget und üben ein, sich selbst zu versorgen. Unsere Betreuung lässt den Jugendlichen eigenverantwortliche Handlungsspielräume, bietet aber neben kreativen und beziehungsorientierten Angeboten eine enge Begleitung und Kontrolle. Wir beraten und betreuen die Jugendlichen in allen Fragen der Alltagsbewältigung. Eine wöchentliche WG-Konferenz mit allen Beteiligten regelt Veränderungsbedarfe im Organisatorischen wie im Sozialen.

Emotionale Stabilisierung und Gesundheitsvorsorge

Das Konzept für die Wohngemeinschaft sieht einen Bereitschaftsdienst vor. Ein wesentliches Ziel der Betreuung ist die emotionale Stabilisierung und die individuelle Gesundheitsfürsorge des Jugendlichen. Am Ende der Hilfe sollen die jungen Menschen in der Lage sein, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben in einer neuen Gesellschaft und einem neuen Umfeld zu führen.

Leistungsmerkmale dieser Hilfen sind (Auswahl):

  • Unterstützung und Begleitung bei Behördenangelegenheiten 
  • Anbindung an eine qualifizierte ausländerrechtliche Beratungsstelle,
  • Suche von Therapeuten und Begleitung von therapeutischen Prozessen und Diagnostik,
  • Anbindung an eine Traumafachambulanz oder an niedergelassene (muttersprachliche) Therapeuten zur Verarbeitung der Erlebnisse im Heimatland und der Fluchtgeschichte,
  • Erhöhung der Präsenzzeiten der Fachkräfte bei Krisenintervention,
  • Anleitung, Beratung und Begleitung in allen alltäglichen lebenspraktischen Bereichen,
  • Orientierung und Sicherheit durch das Aufzeigen von Grenzen,
  • Förderung und Stärkung von Selbstvertrauen,
  • Förderung der Handlungs- und Entscheidungskompetenzen,
  • Setzen und Einüben einer Tagesstruktur, 
  • Entwicklung einer Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsperspektive,
  • Förderung der Wohnfähigkeit, 
  • Förderung der Anbindung an stützende soziale Netzwerke und förderliche Ressourcen des Sozialraumes,
  • Förderung und Unterstützung im Hinblick auf die psychosoziale, emotionale, kognitive und körperliche Entwicklung ,
  • verbindlicher Umgang miteinander, gewaltfreie Kommunikation,
  • Vorstellung der Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten außerhalb der Jugendhilfe, 
  • Unterstützung bei der Loslösung von der fachlichen Hilfe.